Festivals in NRW

Jazzfest Bonn |

Eyolf Dale Quintet/Makoto Ozone Trio

Text: Uwe Bräutigam | Fotos: Lutz Vogtländer/Walter Schnabel

Bonn, 12.05.2018 | Das Klavier steht im Mittelpunkt der beiden Jazzfest Konzerte vom Eyolf Dale Quintet und Makoto Ozone Trio im Rheinischen Landesmuseum Bonn.

Eyolf Dale Quintet – Return To Mind

Der norwegische Pianist und Komponist Eyolf Dale und sein Quintett beginnen das Konzert mit dem Titelstück des aktuellen Albums Return To Mind.

Dales fließendes Piano erinnert hier stellenweise an Debussy. Geige (Atle Nymo) und Tenorsaxophon (Andrian Loseth Waade) spielen Unisono, wie ein Bläsersatz, dann löst sich Atle Nymo und spielt auf seiner Geige eine jazzige Improvisation. Im weiteren Verlauf antwortet Audun Kleive mit seinem Schlagzeug auf die perlenden Läufe von Dales Klavier.

Ein sehr schönes Tenorsaxophon-Schagzeug-Duo ist noch zu erwähnen. Schon im ersten Stück wird deutlich, dass hier nicht ein erweitertes Klaviertrio spielt, sondern Eyolf Dale alle Möglichkeiten des Quintetts auslotet mit unterschiedlichen Duos, Trios und natürlich Ensemblespiel.

Das zweite Stück ist aus dem Vorgänger Album Wolf Valley und trägt den Titel Ban Joe`s, es soll Assoziationen an ein Banjo wecken und hat leichte Folk Anklänge. Der Schlagzeuger Audun Kleive ist im Stück sehr dominant und treibt den Rhythmus mit Per Zanussi am Bass voran.

Im folgenden Stück spielt Eyolf Dale zum Auftakt ein kleines Motiv mit wenigen tiefen Akkorden. Es folgen sehr schöne Soli an der Geige und am Tenorsaxophon. Das lyrische Spiel von Atle Nymos erinnert entfernt an David Sandborn.

Das nächste Stück hat ein langes Klavier Intro, Geige und Saxophon greifen dann das Thema auf und die die Geige variiert es dann. Daran schließt eine längere klassische Klaviertrio Passage an, in die Geige und Saxophon als “Bläsersatz“ hineinspielen.

Atle Nymo wechselt nun zur Klarinette. Waade spielt ein schönes Geigensolo mit einer Andeutung von Gipsy Jazz.

Das Quintett spielt auch das romantische Stück Tranquil Dance mit dem das aktuelle Album endet.

Im letzten Stück gibt es ebenfalls viele schöne Momente, z.B. ein elegisches Geigensolo und einen Dialog von Piano und Schlagzeug.

Eyolf Dale hat seine ganz eigene musikalische Stimme entwickelt und doch kann er seine Herkunft nicht leugnen, die melancholisch-romantische Seite Skandinaviens ist immer präsent in seiner Musik.

Das Publikum ist begeistert und spendet kräftig Beifall. Als Zugabe spielt das Eyolf Dale Quartet noch das lyrische Stück Soaring aus dem aktuellen Album.

Makoto Ozone Trio

Der japanische Weltklasse Pianist Makoto Ozone spielt zum ersten Mal in Bonn, obwohl er weltweit getourt ist, u.a. mit Gary Burton. Sein erster Auftritt international war in Deutschland auf dem Berliner Jazzfestival in den 80ern. Makoto wird sowohl in der Klassik als auch im Jazz als Pianist hoch geschätzt. Mit Makoto Ozone im Trio spielt der Bassist James Genus, der mit Herbie Hancock, Roy Haynes, Branford Marsalis, Greg Osby u.a. zusammenspielte und Clarence Penn am Schlagzeug, der mit Wynton Marsalis, Stanley Clarke, Michael Brecker u.a. bereits auf über 100 Alben zu hören ist. Das Trio ist bereits bereits seit über 20 Jahren zusammen “with long breaks“. Tatsächlich spielen die drei Musiker zum ersten Mal seit zehn Jahren wieder zusammen und ihr Auftritt auf dem Jazzfest Bonn ist das letzte Konzert einer kleinen Tour. So kann sich das Publikum im Landesmuseum glücklich schätzen diese herausragenden Musiker zu erleben. Ein großartiges Klaviertrio unter Führung von Makoto Ozone. Die klassische Ausbildung ist bei Ozone deutlich zu hören. Immer wieder streut er Motive, die sich an Mozart oder Beethoven anlehnen oder auch ein paar Walzertakte in seine Improvisationen ein. Dem Publikum erzählt er, dass er Beethoven spiele und Beethoven gefragt habe, ob er etwas verändern dürfe an seiner Musik und die Antwort sei Nein gewesen, alles muss so bleiben. Bei Mozart sei es anders gewesen, der habe gesagt: „nur zu, leg los“.

Seinen klassischen Hintergrund lässt er in den Jazz einfließen, ohne den Swing aufzugeben. Das Trio beginnt mit dem Stück Lullaby For A Rabbit. Ein klassisches Jazz Klaviertrio, Ozone ist der herausragende Leader und Bass und Schlagzeug sind seine Rhythmusgruppe, die Raum für ihre Soli haben.

Im zweiten Stück wird dieses Schema gelockert und nach einem langen Pianovorspiel mit klassischen Anklängen und einem Basssolo wird von allen drei Musikern nebeneinander improvisiert.

Eine Latin Nummer darf nicht fehlen, bei der Clarence Penn seine Percussion Fähigkeiten zeigen kann. Im Stück Three The Hardway, Musik zum gleichnamigen Film, hat Penn Raum für ein langes Solo, das in einen Schlagzeug-Piano Dialog übergeht und wie ein kleines freundliches Battle gespielt wird, ein Musiker will den anderen überraschen.

Überhaupt ist Makoto Ozone ein humorvoller und sympathischer Pianist, der den Kontakt zum Publikum sucht und sich bedankt für die guten Schwingungen in Bonn, die ihm und der Band helfen gut zu spielen. Und genau das tat das Makoto Ozone Trio, es spielt ein wunderbares Konzert und zieht das Publikum in seinen Bann. Stürmischer Beifall und Standing Ovation für die Weltklasse Musiker.

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