JAZZ WE CAN | Eine Analyse des Jazz in Nordrhein-Westfalen

In vielen Gesprächen mit dem Ministerium für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk des Landes Nordrhein-Westfalen erwuchs die Erkenntnis, dass die Kultursparte Jazz ein Segment der Kultur- und Kreativwirtschaft ist. Dies war der entscheidende Impuls für das Projekt mit dem Arbeitstitel »Die Situation des Jazz in NRW«, dessen Ergebnis jetzt mit dieser Broschüre vorliegt.

In diesem Projekt sind wir einer Reihe von Fragen nachgegangen, wie zum Beispiel, was es braucht, damit der Jazz als eine der wichtigsten Kulturformen nicht mehr als eine »Nische« angesehen wird. Was vom Jazz alles gelernt werden kann, welche Bedeutung und Größe die Sparte Jazz hat, was sie mit welchen Mitteln zum kulturellen Angebot und damit zu den weichen Standortfaktoren NRW's beiträgt. Welche Hilfe von außen nötig wäre, aber auch welche Entwicklungspotentiale in der Szene selbst noch stecken. Kurz, dass die Sparte Jazz viel mehr bietet oder bieten könnte als nur einen beeindruckenden Beitrag zum Kulturangebot Nordrhein-Westfalens in Form von Veranstaltungen.

Wir haben unsere Fragen an Musiker1, das Publikum und das wichtigste Bindeglied »dazwischen«, die Veranstalter gerichtet. Sprechen seitdem von Arbeitsmarkt, Freelancern, Unternehmen, Produkten, Verwertungsketten, Hard- und Softskills, Marketing, Produzenten, Konsumenten oder Kunden. Wir haben kritisch hinterfragt, welche Beschäftigungsmöglichkeiten Musiker auf dem »Arbeitsmarkt Jazz« haben und wie viele hochqualifizierte Musiker dieser Arbeitsmarkt verträgt. Ob sie für ihre Situation als Freelancer genügend qualifiziert sind und wie die gegenwärtige und zukünftige Situation der Auftraggeber, sprich Veranstalter und Spielstätten, ist. Wollten wissen, wie es um die Konsumenten und Kunden, also das Publikum bestellt ist.

Unsere Quellengrundlage besteht in den empirischen Erhebungen bei den genannten Protagonisten und einer großen Publikumsbefragung. Ergänzend wurden Literatur- und umfangreiche Internetrecherchen durchgeführt. Undenkbar wäre das vorliegende Ergebnis aber ohne die vielen spannenden Gespräche im Rahmen qualifizierter Interviews mit vielen Akteuren der Szene und last but not least unsere umfangreichen Erfahrungen im Rahmen der langjährigen redaktionellen Arbeit für das Internetportal nrwjazz.net.

Zweck der vorliegenden Broschüre ist es, ein Bild von der Situation zu zeichnen, in der sich der Jazz in NRW heute befindet. Welche Bedeutung er für ein Bundesland wie Nordrhein-Westfalen in Bezug auf kulturelle Vielfalt, Integrationsbemühungen, Vorbildfunktionen, Schaffung von Innovationen und kreativem Umfeld bietet, und was sie in diesem Zusammenhang zur Entwicklung der Kreativwirtschaft beitragen kann. Die Broschüre will Verantwortlichen in Politik, Verwaltung, Unternehmen und Stiftungen aufzeigen, dass eine sinnvolle Unterstützung des Jazz nicht nur eine kulturelle Aufgabe ist, sondern eine vielfältige Investition in die Zukunft. Sie will aber auch den Protagonisten deutlich machen, dass sie selbst durch eine Vielzahl von Maßnahmen ihre eigene Situation verbessern können.

Auf solche Zusammenhänge hinzuweisen, Problemlagen und Verbesserungsmöglichkeiten, die von außen kommen müssen, aber auch solche, die zur Selbsthilfe animieren, zu benennen, ist somit das Anliegen der hier vorliegenden Studie. Wir danken an dieser Stelle allen, die uns in den letzten Monaten unterstützt haben!