Mit eigener Klangsprache | Jentzen Groh & Sommerfeld Trio

Gelsenkirchen, 26.1.2013 │ Seit acht Jahren spiele man schon als Trio zusammen, erzählt Lisa Sommerfeld in der Konzertpause einer interessierten Zuhörerin. Dabei ist die Pianistin aus Kassel gerade mal 27 Jahre jung. Jedenfalls kann man vom „Jentzen Groh Sommerfeld Trio“ von einer echten Band mit Konstanz sprechen.

Was man übrigens bei dem Konzert aller drei jungen Musiker, die auf Einladung der Initiative „GEjazzt“ in der gemütlichen  Kellerbar des Consol Theaters auftraten, auch durchaus hören konnte. Da weiß der eine, in welche Richtung der andere möchte. Und so schufen die drei Kasseler homogene musikalische Gesamtbilder.

Groovebetont sind viele der allesamt von Lisa Sommerfeld komponierten Stücke. Mit Liebe zu rockiger Kraft, ohne dabei eingängige, teils poppige Melodien und lyrisches Spiel außen vor zu lassen.
Eine Nummer wie „Pictures“ aus ihrem Erstlingswerk „Taxi“ ist ein gutes Beispiel für einen typischen Song des Trios. Der Rhythmus trägt das Stück, aber innerhalb der treibenden Beats von Drummer Max Jentzen und den zwischendurch elektrischen Verfremdungen auf dem Kontrabass von Manuel Groh darf Lisa Sommerfeld, die den ganzen Abend immer wieder zwischen  Klavier und Fender Rhodes E-Piano wechselt, in ihrer Melodieverliebtheit schwelgen.

Sehr schön ist das anzuhören und erinnert an anderen Stellen, etwa im Stück „Sieben“, noch stärker an hörbare Vorbilder aus Skandinavien wie dem Trio e.s.t. aus Schweden.

Gerade für ein sogenanntes Klaviertrio ist es im Jahre 2013 aufgrund der Vielzahl an existierenden Dreierbanden im Jazz in der Besetzung Piano, Bass und Schlagzeug sicher nicht einfacher geworden, eine ganz eigene Klangsprache zu entwickeln. Max Jentzen, Manuel Groh und Lisa Sommerfeld boten im Consol Theater auf jeden Fall eine frisch klingende, handwerklich vorzügliche Musik  mit vielen Klangfarben und Stimmungen.

 

Text: cg; Fotos: cg & Kurt Rade