Es ist Jazz. Es ist Poesie. |

„Jazzpoeten“ im SchauspielHaus Bergneustadt

Text & Fotos: Vera Marzinski

Bergneustadt, 12.2.2014 | Die drei „Jazzpoeten“ erzählen Geschichten, Gedanken. Viel über die Liebe, über Pläne und über das, was sich dann tatsächlich entwickelt. Deutsche Texte, swingende Musik – das groovt im doppelten Sinne. So auch im SchauspielHaus Bergneustadt. Vor kleinem Publikum mit viel Spielfreude begeisterten die „Jazzpoeten“.

Frivol-frech sind die Lieder. Wenn Mano Kösters singt „Hallo Sie!“, spricht sie einfach einen Mann an und erklärt dem Publikum, dass das ganz einfach sei. „Bahm Buhm Wow!“ ist ein vergnügliches Rendezvous mit Herzklopfen, Missverständnissen und einem Happy End. Es geht ganz viel um die Liebe und die Männer – „die besten sind schon weg“. Gleich das erste Lied kommt ganz im Ina Müller-Stil daher. Ebenso die „15 Tipps“ oder „Bleiben wie ich bin“. Mano Kösters singt voller Überzeugung: „Ich will so bleiben wie ich bin“, denn was anderes kriegt sie nicht mehr hin und alles andere wäre auch schlimm. Es swingt viel in den Stücken, die mit akzentuierten Pausen und Melodiephrasen die Texte betonen und untermalen. Die stammen zum größten Teil aus der Feder von Pianist Volker Rasch. Er dichtet humorvoll und augenzwinkernd, komponiert, arrangiert und spielt auf der Bühne das Jazzpiano. Gerne würde er auch für Ina Müller oder Barbara Schöneberger komponieren – beide singen ebenso gern –  und gut – von Männern und Beziehungskisten wie Mano Kösters, die sich vergnüglich durchs Programm moderiert.

Grandios auch die Stücke, die auf der Grundlage von Jazzklassikern arrangiert sind. „Waters of March“ von Antônio Carlos Jobim taucht da auf. Aus Jobims „Só danço samba“wird „Der ideale Mann“. Wobei – den scheint es nicht zu geben, denn schon im nächsten Lied wird der Mann mit „Zwanzig IQ“ beschenkt. Und das mit einem Augenzwinkern. Flott kommt „Wer sagt, wer wagt, gewinnt – der spinnt“ daher und enthält noch weitere Wortspiele, die faszinierend witzig sind, wie „Du wirst andere Frösche küssen müssen – bevor du deinen Prinz findst“. Gesanglich sehr ansprechend, begleitet von einem sanft und akzentuiert gespieltem Piano und einem satt federnden Kontrabass. Den spielt Jan Kobrzinowski -  Bassist, Sänger und Rhythmuslehrer. Er hat jahrelang auf der Insel Mallorca mit fast allen dortigen Jazz-, World-, Pop-, und Folkmusikern gespielt. Und dort trafen er und das Duo „Mano und Piano“ aufeinander. Aus dem Duo wurde ein Trio - die „Jazzpoeten“. Jetzt sind die drei aus Münster mit viel Jazz und poetisch-frivolen-frechen Texten unterwegs. Perfekt swingende Chansons im Trioformat!