Funkelnder Latin-Jazz |

Marialy Pacheco Trio feat. Joo Kraus

Text: Christoph Giese | Fotos: Zbyszek Lewandowski

Gelsenkirchen, 07.02.2015 | Als weltweit erste Pianistin gewann sie 2012 den Solo-Klavierwettbewerb beim renommierten Jazzfestival im schweizerischen Montreux. In die Wasserburg Lüttinghoff im Gelsenkirchener Norden brachte die Kubanerin Marialy Pacheco aber noch ihr Trio und den Gast Joo Kraus mit.

Mit den beiden Kolumbianern Juan Camilo Villa (E-Bass) und Miguel Altamar (Schlagzeug) hat die aparte 32-Jährige, die inzwischen in Dortmund lebt, zwei Brüder im Geiste an ihrer Seite gefunden. Die genau wie die Pianistin aus Havanna wissen, wie kubanische Rhythmen und Melodien fein zerlegt und in ein frisches Latin Jazz-Idiom überführt werden.

Das geschieht auch mal mit herrlich rockig treibender Kraft - wie in der wunderbaren Eigenkomposition Pachecos, „En El Camino“. Natürlich schäumt die Virtuosität in den Fingern der Kubanerin auch manches Mal über. Aber die Pianistin entlockt dem Steinway-Flügel von Lüttinghoff auch viele sensible, lyrische Notenfolgen.

Dass Gastmusiker Joo Kraus in Sachen Musik aus Kuba wahrlich nicht unbeleckt ist, hat er nicht zuletzt mit seiner in Havanna eingespielten eigenen Platte „Sueño“ gezeigt. Auf die Musik von Marialy Pacheco setzt er gekonnt seine warmen Klänge auf Trompete und Flügelhorn oben drauf.

Neben den vielen schönen Klängen ist es aber vor allem der Ideenreichtum, mit dem Marialy Pacheco etwa Eliseo Grenets Klassiker, den Tango-Congo „Ay! Mamá Inés“, mit dunkel schimmernden Jazz zu kombinieren versteht, der dieses Konzert so funkeln lässt.

Weitere Termine:

28.02.: Spot On Jazz-Festival, Düsseldorf (Duo mit Joo Kraus)
09.05.: Thürmer Saal, Bochum (solo)
20.06.: Skulpturenpark, Wuppertal (Trio mit Joo Kraus)