Phänomenales Musikerlebnis mit WPE |

Jazz und Weltmusik im Hofgarten

Text & Fotos: Vera Marzinski

Düsseldorf, 03.08.2019 | Erstaunlich, was das Quintett „World Percussion Ensemble“ an Rhythmen und Melodien am letzten Samstagnachmittag im Juli präsentierte. Angefangen mit dem afrikanischen „Teno“ über das brasilianische Mare Cheia“, das japanische „Itzuki“ und bis zu einer ganz besonderen Version des deutschen „Der Mond ist aufgegangen“.

Weltmusik bezeichnet Vieles und ist ein neben- und miteinander von Klängen, Melodien und Rhythmen im kulturellen Austausch. Sich mit anderen Stilistiken zu vereinen, begleitet seit jeher die Geschichte der Musik. Aber hier – beim „Jazz und Weltmusik im Hofgarten“-Konzert am Samstagnachmittag – wurde es zu einem phänomenalen Musikerlebnis. Drei Percussionisten, die unterschiedlicher nicht sein können, präsentierten nicht nur auf brillante Art und Weise ihre eigene, traditionelle Musik, sondern ließen alles zu einem extrem spannenden Klangerlebnis verschmelzen. Afrikanische Trommelsprache gemeinsam mit lateinamerikanischen Rhythmen und asiatischer Taiko-Kunst – das ist die Musik des „World Percussion Ensemble“.Melodische Linien setzte Walter Lang am Piano dazu und Peter Cudek fügte Bassklänge mit ein.

Eindrucksvoll die große Trommel – eine Odaiko –, aber auch das Spiel von Takuya Taniguchi auf diesem Instrument. Mit dem Rücken zum Publikum führte er kraftvolle Schläge aus und ließ das imposante „Itzuki“ erklingen. Der aus Bahia stammende Brasilianer Marco Lobo hatte einen ganzen Koffer voll Percussion-Instrumenten dabei. Auch traditionelle, wie die Schellen an den Fußfesseln und ein Berimbau - ein Musikbogen mit einem Resonanzkörper am unteren Drittel des Bogens, der mit einem Holzstäbchen, der baqueta, bespielt wird. Klanglich und auch optisch ist Marco Lobo - durch die vielen kleinen und großen Rhythmusgeräte - sehr beeindruckend. Da schwang er bunte Plastikröhren, spielte auf einem Hang – ein Schweizer Klanginstrument – und mit diversen Rasseln. Njamy Sitson beeindruckte immer wieder mit seiner hohen Stimme – ein flötengleiches Falsett. Neben seiner Stimme und Instrumenten wie Kalimba und Ngoni (Afrikanische Harp) ist auch seine fesselnde Trommelkunst.

Auf Picknickdecken, Klappstühlen und Bierbänken genossen die zahlreichen Gäste bei sommerlichen Temperaturen das Konzert der fünf Musiker. Die trommelten den Regen weg, der erst nachdem das internationale Ensemble seine rhythmische Klangreise beendet hatte, sich mit viel Wind einfand. Zum 41. Mal finden in diesem Jahr Jazzmusik-Konzerte im Hofgarten statt und bereits zum 18. Mal gemeinsam mit dem Eine-Welt-Forum und der Jazz-Schmiede als „Jazz und Weltmusik im Hofgarten“. Insgesamt vier Open-Air-Konzerte, deren Name Programm ist: Die Bandauswahl lebt von der spannenden Abwechslung zwischen zeitgenössischem Jazz und musikalischen Ausflügen in spannende Musikkulturen – wie beim Konzert des „World Percussion Ensemble“.

Weitere Termine:

03.08.2019 - 15 Uhr

Frankfurt Jazz Trio (special edition) + Tony Lakatos - spannen einen Bogen von den Stilistiken des Modern-Jazz bis hin zu eigenen Werken.

Kozma Orkestar - Brassbeat, in dem sich westliche und östliche, urbane und folk einflüsse zu einer musikalischen Herumtreiberei der besten Sorte verbindet.

10.08.2019 - 15 Uhr

Kioomars Musayyebi Quartett - Impressionen von orientalischen Melodien und Rhythmen vermischt mit europäischen Arrangements, Weltmusik mit Einflüssen aus dem Jazz.

HAUS - Jazzpott-Preisträger Mathias Haus stellt seine aktuelle Formation vor.

17.08.2019 - 15 Uhr

Shinkarenko Jazz 4 N - als Bassist, Komponist und Bandleader ist Shinkarenko eine der Schlüsselfiguren im litauischen Jazz. Sein virtuoses Bassspiel zeichnet sich durch außergewöhnliche Sinnlichkeit und melodischen Reichtum aus.

Marions & Sobo Band - verbindet Globale Musik und Jazz mit Chanson und erschafft ihren eigenen modernen Stil von vokalem Gypsy Jazz