CD Besprechung

Nicola L. Hein |

The Oxymothastic Objectar

Text: Uwe Bräutigam | Fotos: Karl F. Degenhardt

Düsseldorf, 02.10.2019 | Nicola Hein, Klangkünstler, Gitarrist und Philosoph hat nun seine erste Solo CD veröffentlicht. Er benutzt eine Gitarre, die er mit vielen ungewöhnlichen Gegenständen bearbeitet und diese Klänge werden manchmal noch elektronisch verfremdet. Aufgenommen wurde die CD im Spectrum in New York City.

Nicola Hein ist zur Zeit “Visting scholar” am Department of Music, der Columbia University, New York City.

Die CD ist Fortführung seiner Arbeit, philosophische Erkundungen mit klanglichen Mitteln auszuführen. Für ihn ist die Gitarre ein Werkzeug mit dem er sich grundsätzlichen Fragen der Improvisation nähert.

Die einzelnen Stücke haben keine Titel, sondern sind Statements von Ludwig Wittgenstein.

Auf der CD sind Nicola Heins freie Improvisationen in sieben Stücke aufgeteilt.

Er lotet mit seiner Klangkunst Geräusche und Klänge auf unterschiedlichen Ebenen aus.

Das erste Stück hat einem krachigen Einstieg, bei dem aber hörbar ist, das Saiten bearbeitet werden. Das Krachen bekommt eine perkussive Struktur, Klopfen, Schläge, als ob Wasserrohre bearbeitet werden, kurz flirrt etwas Heavy Metal auf, Stahlwolle schabt auf der Gitarre, hohe schneidende Töne…

Das zweite Stück ist dagegen schon fast “melodiös“. Leise Geräusche, hohe Rotorgeräusche, oszillierend, mit Pausen, lange Töne, Pfeiftöne im angenehmen Hörbereich.

Im dritten Stück wird es wieder lauter, eine Passagen erinnern entfernt an Heavy Metal Gitarrenklänge, gepaart mit krachigen Geräuschen.

Das vierte Stück beginnt mit elektronischen Klängen, subtile erkennbare Gitarrenklänge, tiefe Brummtöne, Kling Klang wie von einem Glockenspiel in einem Raum mit Hall, dann wieder Brüche durch krachige Geräusche.

Das sechste Stück erzeugt mit seinen Geräuschen eine besondere Stimmung, Maschinengeräusche hohe Klänge, sphärisches Kreisen, hohe sich steigende Rotorgeräusche,Ruhe, tiefe töne, leise rauschende sich steigende Klänge. Durch die aufsteigenden Klänge entsteht eine Angst erzeugende Spannung, wie in einer Filmmusik.

Mit dem letzten Stück kehrt Nicola Hein wieder zum krachigen Noise des Anfangs zurück und variiert diesen.

Das Album ist die konsequente Weiterführung von Nicola Heins Klangforschungen. Eine Reise durch eine wilde Welt von Geräuschen mit vielen überraschenden Momenten. Im vorliegenden Album wird er auf sich selbst zurückgeworfen, es gibt im Solo kein anderes Gegenüber als sich selbst. Das radikalisiert die Musik, nimmt ihr aber auch die Impulse, der Mitspieler.

Nicola E. Hein – The Oxymothastic Objectar

Clean Feed

SHH 048 CD / Trem Azul 2019

www.shhpuma.com

https://nicolahein.com/