CD Besprechung

Oliver Lutz |

RE:CALAMARI

Text: Uwe Bräutigam

Düsseldorf, 20.11.2020 | Oliver Lutz ist ein viel gefragter Bassist der Kölner Szene. Er hat auf allen namhaften Festivals gespielt und mit Musikern, wie Joachim Kühn, Frederik Köster, Sebastian Sternal und vielen mehr zusammen gearbeitet.

Oliver Lutz hat nun sein drittes Album als Leader bei Klaeng Records veröffentlicht. Seine Band besteht aus herausragenden Musikern:

Der vielfach ausgezeichnete Wanja Slavin aus Berlin spielt Alt- und Sopransaxophon und Flöte. Pablo Held, einer der renommiertesten Pianisten Europas, spielt die alte Farsifa Orgel,

ein E-Piano, einen Software-Synthesizer und den DX 7 Synthesizer sowie ein Klavier. Sein Schwerpunkt liegt definitiv auf den elektronischen Instrumenten.

Dazu kommt der in Berlin lebende herausragende Schlagzeuger Andi Haberl. Als Gast ist Rebekka Salomea Ziegler dabei, sie singt auf zwei Stücken.

Mit diesen Musikern am Start, kann nicht mehr viel schief gehen und so ist das Album Re:Calamari ein rundum gelungen Werk.

Der Jazzkritiker Michael Rüsenberg fasste die CD in einem Slogan zusammen: “Canterbury am Rhein“. Und in der Tat, die Musik hat Anklänge an den sogenannten Caterbury Sound, von Bands wie Softmachine oder Hatfield & The North. Dazu trägt nicht zuletzt Pablo Held mit Farsifa und Co bei.

Wenn ich die Musik mit einem sinnlichen Begriff zusammenfassen wollte, dann fällt mit sofort “helle luftige Musik“ ein. Wanja Slavins Sopransaxophon hat ebenso großen Anteil an diesen hellen Klangfarben, wie die sphärischen Klänge die Pablo Held produziert.

Das Eingangsstück Fusion von Wanja Slavin, Nomen est Omen, gibt die Richtung der CD vor. Im Mittelpunkt steht Wanja Slavins leicht verhalltes Sopransaxophon, die Synthie Klänge und die einen sphärisch Hintergrund wie Streicher legen, dazu kommen die rhythmischen Ideen von Andi Haberl, begleitet von Oliver Lutz. Der Ensemblesound steht auf der CD im Mittelpunkt. Oliver Lutz drängt sich dabei nicht in den Vordergrund, er setzt seine Soli eher sparsam ein, wie in der Ballade Friends For A Night, die von verhauchten Synthie Klängen und einem lyrischen Altsaxophon geprägt wird.

In Pablo Helds Stück His Beardness, das mit einem kurzen Schlagzeug Intro einsetzt, wo neben dem Sopran auch eine Flöte von Wanja Slavin zu hören ist, von Rebekka Zieglers Gesangslinien begleitet, gibt es Anklänge an Wayne Shorter.

Rebecca singt auch auf dem Stück MTB-BBQ von Oliver Lutzund unterstreicht so die Fusion Klänge aus den 70ern mit ihren wortlosen Linien. Hier sind auch die Bassfiguren von Oliver Lutz neben dem Sopransaxophon einmal im Vordergrund.

Zum Schluss wird es mit Oh Mirror In The Sky von Wanja Slavin etwas verspielt. Flötenmusik erklingt, man wähnt sich in einem Garten im Frühling, vielleicht ein japanischer Garten bei Sonnenschein.

Ein passender Abschluss für das schöne Album RE:CALAMRI, das leichtfüßig melodiös daherkommt und gute Laune macht. Ein perfektes Album, als Gegengewicht zu grauen Herbsttagen. Und sind die Tage sonnig, dann bildet die Musik diese Stimmung gut ab.

Oliver Lutz – RE:CALAMARI [CD]

Klaeng-records 048 CD

https://www.oliver-lutz.com/