Festival, NRW, international

Preview Leverkusener Jazztage 2022 |

Volles Programm und ein Nachwuchswettbewerb

Fotos: Veranstalter

Leverkusen, 26.10.2022 | Mit einem mächtigen Trommelwirbel geht es am 3.11.2022 los: Der legendäre Fusion-Drummer Billy Cobham eröffnet die 43. Leverkusener Jazztage, die – auch wegen zahlreicher Nachholtermine – zur bislang umfangreichsten Festivalausgabe werden. Mehr als zwei Wochen lang steht Leverkusen im Zeichen der großen Namen im Jazz und auch der Popkultur.

„Mit dem diesjährig Festival möchten wir ein Zeichen für Frieden, Gleichberechtigung und Chancengleichheit setzen und darauf hinweisen, dass es diesen Erdball nur einmal gibt und dass wir Menschen Cruz ein Augenzwinkern in der Geschichte dieser wundervollen Erde sind“ benennt Fabian Stiens, künstlerischer Leiter der Leverkusener Jazztage das Anliegen dieser 43. Festivalausgabe.

An 16 aufeinanderfolgenden Tagen sind die Konzerte traditionell verschiedenen Themenabenden zugeordnet. Zu den traditionellen Spielstätten Erholungshaus, Forum und Schal kommen noch weitere neue Venues, etwa der Schlebuscher Sensenhammer sowie die Musikkneipen Topos und Notenschlüssel. Mit den Future Sounds 2022 vergeben die Leverkusener Jazztage einen großen Jazz-Nachwuchspreis, der von der Stiftung der Sparda-Bank West gefördert wird. Fünf Finalisten-Bands wurden aus 80 Bewerbungen ausgewählt, um im Finale gegeneinander anzutreten. Die Gewinner-Band spielt im nächsten Jahr als Support-Act eines Weltstars auf der Hauptbühne.

Legenden, große Namen und Entdeckungen

Im Zentrum der Leverkusener Jazztage stehen viele Legenden und große Namen im modernen Jazz, aber auch aus der Popkultur. Gitarren-Gourmets kommen auf ihre Kosten bei einem Auftritt des Sechssaiter-Virtuosen Tommy Emmanuel. Weitere Stammgäste in Leverkusen sind auch im November 2022 wieder zu Gast, etwa die niederländische Power-Saxofonistin Candy Dulfer. Sänger Gregory Porter kommt – ebenso der vielseitige britische Jazz-Entertainer Jamie Cullum, der gleich mit zwei Auftritten zu Gast ist. Marcus Miller kommt im Duo mit Lee Ritenour. Das Feeling der 1980er Jahre lebt ewig weiter, in diesem Sinne fordert die Funkband Level 42 zum Tanz heraus. Wer sich für solche Musikereignisse „eingrooven“ möchte, dem sei darüber hinaus das Livespektakel der Hamburger Techno-Marching-Band „Meute“ empfohlen, deren „berauschende Exzesse in schweißtreibender Glückseligkeit“ im Forum zu erleben sind.

Lange Abende in Leverkusen

Viele Konzertabende sind so konzipiert, dass es an einem Abend bis zu drei Bands in Kombination gibt. Wer also ein Abendticket bucht, darf in echtes Festival-Feeling eintauchen. Ein Abend mit der Kultband „Spyro Gyra“ wird von einem Auftritt der Formation „The Next Movement“ komplettiert. Interessante Begegnungen verspricht ein Abend im Erholungshaus, zu dem der schwedische Posaunist Nils Landgren, auch als „Mr Red Horn“ bekannt, viele Gäste mitbringt. Mit ihrem frischen und zupackenden Sound gehört The Jakob Manz Projekt zu den erfolgreichsten Bands des jungen deutschen Jazz und trifft hier auf die innovationsfreudige Pianistin Johanna Summer. Saxofonlegende Joe Lovano musiziert am 9.11. mit dem Marcin Wasilweski Trio. Komplettiert wird der Abend mit dem Simon Oslender Trio und der Paul Albrecht Experience. US-Saxofonlegende Bill Evans kommt mit einem hochkarätigen Quartett. Zur Seite steht ihm an diesem Abendr ein junges britisches Trio, welches sich dem Liedgut von Ozzy Osbourne und co widmet und sich folgerichtig „Jazz Sabbath“ nennt. Die kalifornische Sängerin Judith Hill gibt sich mit ihrer Band die Ehre. Vorher möchte der energiegeladene Sound der Huntertones die Ohren dafür öffnen. Wie Souljazz made in Italy geht, zeigt der italienische Sänger Mario Biondi in Leverkusen. Ganz andere mitreißende Farben trägt die 12köpfige Balkan-Bläsertruppe Fanfare Ciocarlia auf. Hochkarätig wie diese ganzen 16 Festivaltage daherkommen, gestaltet sich das Finale der 43. Leverkusener Jazztage – einmal mit der Jan Garbarek Group, die seit Jahren durch den Schlagzeuger Trilok Gurtu komplettiert wird, ebenso durch eines der angesehensten Duos im deutschen Jazz: Till Brönner der Trompete und Dieter Ilg.

Kultur unternehmerisch denken ...

Der Wendepunkt für Geschichte der Leverkusener Jazztage war im Jahr 1996 erfolgt: Als die Stadt Leverkusen keine öffentlichen Mittel mehr für das Jazzfestival aufbot, nahm der Festivalmanager Eckhard Eckhard Meszelinsky die Sache selbst in die Hand – seitdem sind die Jazztage auf Erfolgskurs, wenn es darum geht Kultur unternehmerisch zu denken und dies mit Erfolg: Ein nüchterner Industriestandort zum klangvollen Namen im Musikleben geworden. Hauptsponsor ist – natürlich – die Bayer-AG, außerdem noch ein weiteres halbes Dutzen Unterehnen. Der Rest ist Geschichte.